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Digitalisierung im Gesundheitswesen - ein Weg zur Überwindung von Adoptionsbarrieren

Der Philips Future Health Index 2019 zeigt, dass sich die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiterentwickelt, die Akzeptanzraten jedoch nicht so schnell steigen, wie viele es sich wünschen. Was kann getan werden, um diese Barrieren zu überwinden? Ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung neuer digitaler Lösungen und Tools liegt in der Fokussierung auf die Anwender.
Nov
01
2019

Als UX Researcher im Bereich Healthcare bin ich immer neugierig, wie sich die Digitalisierung der Branche entwickelt: Während einer Mittagspause stieß ich auf die ‘Philips Future Health Index Studie 2019’.

Eine kurze Zusammenfassung der Studie:

  • Der Future Health Index (FHI) ist eine Research-basierte Plattform, die dazu beitragen soll, die Bereitschaft der Länder zur Bewältigung globaler Gesundheitsherausforderungen und zum Aufbau nachhaltiger, zweckmäßiger nationaler Gesundheitssysteme zu ermitteln. Durch die Untersuchung der Rolle von Technologie im Gesundheitssystem soll die FHI den Angehörigen von Gesundheitsberufen, Regierungen und Patienten konkrete Erkenntnisse liefern, die auch ihre Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen verbessern.
  • Der Future Health Index 2019 analysiert 15 Länder: Australien, Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Niederlande, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Südafrika, Polen, Großbritannien und die USA.
  • Stichprobengröße 2019: 3.194 Angehörige des Gesundheitswesens und 15.114 Privatpersonen.

Im Jahr 2019 wollte Philips herausfinden, wie sich die digitale Gesundheitstechnologie auf die Art und Weise auswirkt, wie Healthcare Professionals und Patienten die Gesundheitsversorgung erleben. Neben all den anderen interessanten Erkenntnissen und Schlussfolgerungen gab es in diesem Bericht eine Aussage, die ich für sehr aufschlussreich halte: "[...] abgesehen von vereinzelten Anstiegen in wenigen Berechen bleibt der Einsatz von digitalen Tools im Gesundheitswesen weltweit stark fragmentiert. Hindernisse sind unzureichender Zugang zu Technologie, Schwierigkeiten bei der Implementation von Technologie in die Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen sowie Sorgen über Datenschutz und -Sicherheit. Diese Barrieren sind dabei zu fallen, allerdings nicht so schnell wie manche von uns das sehen möchten."

Was kann getan werden, um diese Barrieren zu überwinden?

Nutzerzentriertes Denken ist nicht gängige Praxis.

Ich denke, dass die oben genannten Hindernisse bereits den Ansatz einer Lösung bilden. Beobachten und sprechen Sie von Anfang an mit Ihrer Zielgruppe. Ich weiß, es klingt vielleicht nicht nach einer neuen oder innovativen Lösung, aber nach meiner Erfahrung ist dieser Ansatz leider keine gängige Praxis bei der Entwicklung digitaler Produkte im Gesundheitswesen.

Vor einigen Monaten habe ich meinen Kurs ‘Medical Devices Usability Expert’ absolviert, weil ich ein tieferes Verständnis der Richtlinien und Prozesse bekommen wollte, die bei der Entwicklung eines Medizinproduktes zu berücksichtigen sind, um eine Marktzulassung zu erhalten (z.B. IEC 62366 oder EN ISO 13485). Ich wollte verstehen, welche Herausforderungen sich Hersteller bei der Entwicklung eines Produktes gegenübersehen. Überraschenderweise war ich die einzige Teilnehmerin, der von einer UX Agentur kam.

Neben den Anforderungen an Richtlinien und Vorschriften beinhaltete der Kurs auch Lektionen über Usability, UX und User Centered Design. Diese Themen waren erschreckend neue Erkenntnisse für die Hersteller, aber viele bereits bekannte Inhalte für mich. Aber meine interessanteste Erkenntnis war, dass die meisten Teilnehmer dieses Kurses einen Aha-Moment hatten, als der Trainer über Benutzerzentriertheit und die Tatsache sprach, dass es absolut sinnvoll ist, die Zielgruppe in ihrer Arbeits- oder Nutzungsumgebung zu besuchen, um Einblicke in ihr tatsächliches Verhalten, ihre Bedürfnisse und ihre Herausforderungen zu gewinnen.

“Involvieren Sie Ihre Zielgruppe von Anfang an in den Entwicklungsprozess.”

Die Gestaltung eines Produkts das wirklich nützlich ist, die Anwender bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt, sie mit den richtigen Informationen und Funktionalitäten versorgt, das einfach zu bedienen ist und das einfach zu erlernen ist, wird Ihren Nutzern helfen, diese Akzeptanzschranken zu überwinden. Fragen Sie Sich selbst: Möchten Sie ein Produkt nutzen, das Ihre Arbeit nicht unterstützt, für das Sie Workarounds erstellen müssen und Sie das Gefühl haben, die Anwendung immer wieder neu erlernen zu müssen?

“Menschen ignorieren Design das Menschen ignoriert.”
Frank Chimero, Designer

Ich möchte dasselbe sagen wie Frank Chimero (freiberuflicher Designer und Autor) “Menschen ignorieren Design das Menschen ignoriert.” Punkt. Ich weiß jedoch, dass es oft nicht so einfach ist. Es gibt viele andere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, aber es ist ein Teil des Puzzles und meiner Meinung nach der Wichtigste auf dem Weg der Digitalisierung.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie Anwender früh in Ihren Projekt- und Entwicklungsprozess einbinden können, dann sprechen Sie uns bitte an!

DER AUTOR

Tabea Daunus

Tabea ist einer unserer Young Professionals mit 5 Jahren Erfahrung in der Durchführung von User Research Studien. Als zertifizierte Medical Devices Usability Expertin (TÜV) ist sie vor allem an Human Factors und Healthcare Studien interessiert und für das Qualitätsmanagement innerhalb des Unternehmens verantwortlich.
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