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Funktionieren Touchscreens im Auto wirklich nicht?

Schließlich sind multimodale HMI-Konzepte – basierend auf einem Touch-Screen-first-Ansatz – die einzige Garantie für den Erfolg.
Jan
15
2020

Vor kurzem genoss ich Jacky Li’s (von Connected Lab) relevante Zusammenfassung dessen, was mit der reinen Touchscreen-Interaktion in Autos nicht stimmt. Lesen Sie den Artikel hier.

Nachdem ich mehr als 50 Fahrzeugschnittstellen mit mehreren hundert Teilnehmern getestet habe, würde ich sagen, dass der Schlüssel zu einer guten Benutzerfreundlichkeit im Auto nicht in der Konzentration auf eine Eingabemethodik liegt, sondern darin, echte Multimodalität zu bieten: Der Benutzer mag sich zwar mit der Touchscreen-Eingabe während der Fahrt schwer tun, aber er ist in der Geschwindigkeit der Jog-Dial-Eingabe im Stehen immer noch überlegen.

Auch wenn die Offline-Sprachsteuerung ständig verbessert wird (z.B. wie in der Mercedes A-Klasse 2018), bietet sie oft noch nicht die gleiche Genauigkeit wie die manuelle Dateneingabe (insbesondere bei der Einstellung des Navigationsziels). Darüber hinaus sind viele Teilnehmer unserer Studien noch immer nicht mit der Spracheingabe vertraut oder geben an, dass sie diese nicht verwenden möchten, wenn sie mit (potenziell lauten) Fahrgästen fahren.

Ich würde zwei weitere Aspekte zur Diskussion der Touchscreen-Bedienbarkeit in Autos hinzufügen:

Die Position des Touchscreens und der physische Abstand zum Fahrer ist entscheidend.

In vielen (vor allem oberen) Fahrzeugen ist der Touchscreen in großer Entfernung vom Fahrer angeordnet (der Tesla S ist ein gutes Beispiel dafür), was es für den Fahrer sehr schwierig macht, ihn während der Fahrt zu erreichen und mit ihm zu interagieren. Im schlimmsten Fall erfordert jede Interaktion mit dem Touchscreen eine Positionsverschiebung für den Fahrer, was es für ihn schwieriger macht, dem Verkehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ich persönlich habe viele Fahrzeuge in den unteren Rängen getestet, die nur auf die Interaktion mit dem Touchscreen angewiesen waren und bei denen ich mich viel sicherer fühlte, während ich einen fahrenden Teilnehmer beobachtete – dies lag vor allem an der Nähe des Displays zum Teilnehmer, den er erreichen konnte, ohne seinen Arm voll ausstrecken oder seine Haltung ändern zu müssen.

“Der Schlüssel zu einer guten Nutzbarkeit im Auto ist nicht die Konzentration auf eine Eingabemethodik, sondern das Angebot echter Multimodalität.”

Die Informationsarchitektur sollte an die Denkweise von Touchscreens angepasst werden

In mehreren von uns getesteten Fahrzeugen haben die Hersteller die Umstellung von der reinen Jog-Dial-/Hardtasten-Interaktion auf eine Touch-Interaktion vollzogen. Die Informationsarchitektur des Systems war jedoch noch in einer Jog-Dial-Mentalität angelegt: Ein Beispiel hierfür ist der erste BMW 7 mit Touchscreen. Die effiziente Interaktion mit dem Touchscreen-System war für den Benutzer sehr schwierig, da er noch die Navigationspfade durchlaufen musste, die für eine andere Art der Interaktion deutlich optimiert waren.

Wie Jacky ebenfalls hervorhebt, werden die Benutzer jedoch im Allgemeinen durch die Anwesenheit von Touchscreens abgelenkt – ein Problem, das durch die Implementierung von Cluster- und Head-up-Displays gelöst werden könnte, die alle relevanten Informationen anzeigen, so dass der ständige Blick auf das zentrale Display entfällt.

DER AUTOR

Jan Panhoff

Jan begann seine Tätigkeit als UX-Profi im Jahr 2004 nach Abschluss seines M.Sc. in Digitalen Medien. 10 Jahre lang unterstützte er eBay als Embedded UX-Berater. Seine Schwerpunkte bei uintent liegen in der Automobil- und Innovationsforschung.
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