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SwissCovid-App und Corona-Warn-App im Vergleich - ein noch schnelleres & kurzes UX Expertengutachten

Nachdem letzte Woche die deutsche Corona-Warn-App veröffentlicht wurde, gibt es nun auch ein Schweizer Äquivalent - die SwissCovid-App. Im folgenden Artikel vergleicht Simon Harder die beiden Apps in einem "noch schnelleren und schmutzigeren" UX/Usability-Review miteinander. Und es scheint, dass die Schweizer unseren letzten Artikel über die deutsche App gelesen haben...
Jul
02
2020

Mein Kollege Jan Panhoff schrieb einen quick & dirty UX-Review der deutschen Corona-App vor ein paar Tagen, und es scheint, die Schweizer haben es gelesen! In seinem Beitrag kam Jan zu einem mehrheitlich positiven Urteil, wies aber auch auf einige Punkte bezüglich der Verständlichkeit hin. In diesem Artikel werde ich einen kurzen Check durchführen, was in der SwissCovid-App anders - und möglicherweise besser - ist.

Einrichtung der Anwendung

Einer von Jans Hauptvorschlägen war, die Informationen über die Funktionsweise der App leichter lesbar und verständlich zu machen, z.B. durch Aufzählungspunkte und Icons. Dann kommt die SwissCovid-App: mit kurzen Sätzen und entsprechenden Icons, die den Inhalt in mundgerechte Informationen aufteilen. Ich kann mir vorstellen, dass dies mehr oder weniger genau das war, was Jan im Sinn hatte!

Allerdings kann die Reduzierung der Informationsmenge natürlich zu Fragen führen, z.B. fragen sich einige Android-Nutzer im Google Play Store, warum sie GPS aktivieren müssen, obwohl die App angibt, dass sie kein GPS verwendet (es gibt einen Grund dafürtatsächlich).

In Bezug auf die Sprachen scheint die Schweizer App einiges mehr zu bieten als die deutsche App (11 vs. 2), womit ein wichtiger Kritikpunkt angesprochen wird. Und ein Wechsel der Sprache erfordert zumindest auf dem iPhone keinen Wechsel der Telefonsprache.

Nutzung der App

Auf dem Hauptbildschirm der App wird deutlich, dass die Entwickler Jans Beitrag 😉 wirklich gelesen haben. Seine Hauptsorge war, dass die Nutzer unsicher sein könnten, ob die App im Hintergrund aktiv bleibt, wenn man sie schließt - und das kommuniziert die SwissCovid-App ganz oben.

Ich persönlich bin auch froh, dass sie ein einfaches Häkchen gesetzt haben, um anzuzeigen, dass die App aktiv ist - ich verstehe immer noch nicht, warum die deutschen Entwickler ein nicht standardmäßiges Statussymbol gewählt haben, auf das ich jedes Mal tippen muss, um sicherzustellen, dass ich es richtig verstehe.

Ansonsten sind die Apps ähnlich strukturiert, obwohl ich es zu schätzen weiß, dass die deutsche App ein paar mehr Details bietet, wie z.B. die letzte Aktualisierung der App-Daten. Außerdem teilt sie die Anzahl der Tage mit, an denen ich die App benutzt habe, was eine leichte positive Bestätigung dafür ist, sie weiterhin zu benutzen.

In der SwissCovid-App gefällt mir, dass sie nicht nur das Bedürfnis der Nutzer "Ich bin getestet worden, was nun?" ansprechen, sondern auch den Schritt davor: "Was mache ich, wenn ich Symptome habe?" Letzteres scheint in der deutschen App zu fehlen, zumindest ist es nicht so prominent.

Schlussfolgerung

Es scheint SwissCovid's umfangreicher Beta-Test hat sich bezahlt gemacht. Die App macht zwar im Grunde genommen das Gleiche wie die deutsche App, aber es braucht etwas mehr Sorgfalt, um die potentiellen Bedürfnisse und Fragen seiner Nutzer zu berücksichtigen, und zwar in einer für die meisten Menschen leicht verdaulichen Weise. Die Tatsache, dass Jan einige dieser Verbesserungen bereits in seinem Review der deutschen Corona-Warn-App diskutiert hat, zeigt, dass selbst ein sehr schneller Experten-Review wichtige Nutzerbedürfnisse aufzeigen und die Akzeptanz und Bindung einer App unterstützen kann.

Nun wird die Hauptaufgabe darin bestehen, die länderspezifischen Apps miteinander ins Gespräch zu bringen...

DER AUTOR

Simon Harder

Simon’ ist seit 2011 als UX-Profi tätig, nachdem er seine Diplomarbeit über die Entwicklung eines UX-Messtools abgeschlossen hat. Seitdem hat er für SirValUse und die GfK an einer Vielzahl von lokalen und internationalen UX-Forschungsstudien in vielen Branchen gearbeitet. uintent konzentriert sich bei Simon’ auf UX-Forschung, qual und quant.
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