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Warum ich Touchscreens hasse

Frage: Was haben Öfen und Autos gemeinsam?
Antwort: Früher hatten sie Tasten und waren einfach zu bedienen. Jetzt haben sie Touchscreens.

Jahrzehntelang waren einfache Dinge darauf ausgelegt, einfach zu sein: Der Backofen hatte einen Knopf, man schaltete ihn ein und er heizte. Jetzt hat er eine Schnittstelle, Menüs, Scroll-Listen, etc. Verstehen Sie mich nicht falsch, Touchscreens sind nicht unbedingt schlecht. Ihre Nützlichkeit hängt vom Kontext der Nutzung ab. Diejenigen von Ihnen, die sich an "mobiles Internet" (die Anführungszeichen sind notwendig) auf Feature Phones erinnern, wissen, wovon ich spreche. Ein Telefon mit einem Touchscreen ist eine gute Sache. Das bedeutet nicht, dass ein Touchscreen für alles eine gute Sache ist.
Feb
22
2021

Es ist schwer zu widerstehen, die neueste Technologie in Produkte einzubauen, aber es sollte nur getan werden, wenn es die Benutzererfahrung verbessert. Einige Gründe, um zweimal darüber nachzudenken, ob ein Touchscreen die richtige Technologie für Ihre Oberfläche ist:

  • Sie können einen Touchscreen nicht fühlen. In einem Auto können Sie einen Heizungsregler finden und bedienen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Einige Hersteller haben diese harten Tasten und Drehregler durch Touchscreens ersetzt - damit geht ein Komfort- und Sicherheitsmerkmal verloren.
  • Touchscreens erfordern eine präzise Hand-Augen-Koordination, um die gewünschte Auswahl zu treffen. Im Falle des Backofens versuchen Sie, die Temperatur auf einem Touchscreen mit Ofenhandschuhen zu senken. Außerdem ist eine grobe Eingabe (z. B. erhöhte Heizung) oft wichtiger als eine genaue Ausgabe (21° Celsius vs. 21,5°).
  • Touchscreens werden schmutzig (besonders bei einem Backofen). Wenn Sie sie nicht reinigen, können unerwünschte Aktionen ausgeführt werden.
  • Umwelteinflüsse (wie reflektierendes Sonnenlicht oder Kälte) schränken die Funktionalität eines Touchscreens ein, entweder weil man es nicht lesen kann, oder es nicht mehr auf Eingaben reagiert. Kein Scherz: Wir haben Autos mit Touchscreen getestet, in denen es nicht möglich war, die Heizung einzuschalten, wenn es kalt war! Im Gegensatz dazu kümmert sich eine harte Taste nicht um diese Bedingungen.
  • Physikalische Tasten oder Schieberegler reagieren sofort. Touchscreens sind von der Verarbeitungsleistung des Geräts abhängig, um die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt anzuzeigen (was gelegentlich dazu führen kann, dass der Bildschirm mehrfach gedrückt werden muss, um eine Reaktion hervorzurufen, was oft zu einem unerwünschten Ergebnis führt).
  • Das fehlende haptische Feedback vieler Touchscreens (ausgenommen aktuelle Telefone) wird oft durch ein auditives Feedback ersetzt. Oh, wie sehr wir piepsende Geräte lieben!
  • Touchscreens führen zu "Feature Creep". Die Prozessorfähigkeit in Kombination mit einem Touchscreen verleitet Entwickler dazu, Geräte mit Optionen zu überladen, nur weil es möglich ist. Dies erhöht die Komplexität der Oberfläche, was sich in der Regel negativ auf die Benutzererfahrung auswirkt.

Und, nein, ich habe keine wirklich hasse Touchscreens. Sie sind großartig, wo sie Sinn machen. Aber leider darf "Sinn" keinen Einfluss auf die Produktdesign-Entscheidung haben. Ich für meinen Teil bin froh, dass Flugzeugcockpits noch auf harte Tasten setzen!

Sehen Sie sich auch unser Video an, in dem drei unserer UX-Experten daran scheitern, unseren neuen Ofen im Büro zu bedienen:

DER AUTOR

Felix Vollmuth

Experience Creator & Koch-Enthuisast
Felix hat einen Bachelor-Abschluss in Bibliotheks- und Informationsmanagement und arbeitet seit 2009 im UX-Bereich. Im Laufe der Jahre hat er Projekte in verschiedenen Bereichen durchgeführt: Apps, Websites, Automotive, Healthcare, Finanzen – sein Favorit ist die qualitative Langzeitforschung.
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