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UX, BACKSTORY

Folge 2: Selbstverleugnung, Wachstum und Krisen: Die zweite Phase von SirValUse – und von Tara

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27. Juni 2025

„Innen wie außen“ – Eine Podcastreihe über Veränderung, Verantwortung und Selbstfindung


Tara Maria Bosenick ist nicht nur eine der Gründerinnen von ReSight Global und uintent, sondern auch langjährige Treiberin der UX-Branche in Deutschland. Ihre persönliche Geschichte ist eng verknüpft mit der Entwicklung unseres Unternehmens – von den Anfängen als SirValUse über die Zeit bei der GfK bis hin zur Neugründung von uintent.Mit dieser Podcast-Spezialreihe öffnet Tara ihr privates und berufliches Archiv: Sie erzählt von Erfolgen und Zweifeln, von Verdrängung und Veränderung, von unternehmerischen Wendepunkten und ihrer Transition zur Frau.Diese Geschichten sind persönlich – und gleichzeitig auch Geschichten von Wandel, Mut und Neuanfang. Sie zeigen, wie Identität und Unternehmertum miteinander verflochten sind – und wie beides wachsen kann.



Selbstverleugnung kann viele Formen annehmen. In der zweiten Spezialfolge von beyond your business beschreibt Tara Bosenick eine Phase, in der persönliches und berufliches Wachstum radikal auseinanderlaufen. Während das Unternehmen SirValUse rasant expandiert, bleibt die eigene Identität auf der Strecke. Die Jahre von 2000 bis 2010 sind geprägt von Innovation, Expansion – und einer konsequenten Verdrängung.


Von Sir Data zu SirValUse: Aufbau in einer Branche ohne Namen

Nach der Gründung 2000 gewinnt Sir Data erste Kund:innen – Nivea, Audi, T-Online. Der Begriff „User Experience“ ist in Deutschland noch kaum bekannt. Es braucht nicht nur Überzeugungsarbeit, sondern auch Improvisation: mangelhafte Technik, unklare Geschäftsmodelle, ein wachsender Bedarf – und dann auch noch eine rechtliche Auseinandersetzung mit einer taiwanesischen Firma, die zur Umbenennung zwingt.


Der neue Name SirValUse ist ein Kompromiss – und gleichzeitig ein Beispiel dafür, wie pragmatisch Unternehmensidentität oft entsteht. Die Projekte nehmen Fahrt auf, das Geschäft wächst. Aus dem Wohnzimmer-Startup wird ein Büro mit bald über 60 Mitarbeitenden. Und plötzlich ist Usability erklärungsbedürftig – aber kein Nischenthema mehr.


Wachstum ohne Plan – und ohne Pause

Die Phase von 2003 bis 2006 ist von massivem Wachstum geprägt. Große Kunden wie Vodafone, T-Mobile, Telekom und Automobilkonzerne prägen das Geschäft. Monatlich kommen neue Mitarbeitende dazu. Tara beschreibt diese Zeit als strukturell unvorbereitet: Qualifizierung erfolgt intern, Recruiting basiert auf Interesse statt Erfahrung, und jede Einstellung ist eine Wette.


Der Erfolg bringt Sichtbarkeit – aber auch erste strukturelle Überlastung. Die Innovationskraft ist hoch, z. B. durch die Entwicklung kombinierter UX-Tracking- und Befragungstools mit Otto. Doch mit dem Wachstum steigen die Fixkosten – und das Risiko.


Krise und Gegenstrategie: Der Versuch, technologisch voraus zu sein

2006 beginnt eine kritische Phase: Ein Großkunde springt kurzfristig ab, gleichzeitig laufen hohe Investitionen in eine neue Tracking-Technologie. Personalanpassungen bleiben zunächst aus – eine Entscheidung, die Tara rückblickend als Fehler einordnet.


Die Folge: persönliche Haftung, existenzielle Unsicherheit, ein täglicher Kampf ums Weitermachen. Über 18 Monate hinweg hält das Team durch. Letztlich gelingt es: Ein Investor steigt ein, GfK wird aufmerksam, die Software erregt Interesse bei großen Marktforschungsinstituten – auch außerhalb klassischer UX-Fragen.

2008 folgt die Entspannung. Doch sie kommt spät. Und sie kommt auf dem Rücken von zehn Jahren Überforderung.


Persönlich im Rückwärtsgang

Während SirValUse wächst, zieht Tara sich selbst zurück. Die Arbeit wird zum Schutzschild – 70 bis 80 Stunden pro Woche. Therapien gibt es kaum, Raum für Selbstreflexion noch weniger. Tara – zu der Zeit noch als Tim sichtbar – beschreibt es als eine Phase der inneren Stagnation.

Nur kleine, teils kuriose Ventile entstehen: der Kauf von Hunderten Frauenschuhen über Ebay etwa, als verdeckter Ausdruck von etwas, das längst da ist – aber keinen Namen hat. Die Selbstverletzung bleibt ein Teil des Alltags, wenn auch im Verborgenen.


Gleichzeitig ist die Familie präsent: Zwei Kinder werden geboren. Taras Frau arbeitet mit im Unternehmen – als Personalleiterin und Geschäftsführerin. Zuhause gilt die Regel, nicht über operative Details zu sprechen. Doch natürlich ist alles spürbar.


Die GfK und das vorläufige Durchatmen

2010 wird SirValUse nach langwierigen Verhandlungen von der GfK übernommen. Es ist der Abschluss eines Weges, der durch Euphorie, Überlastung und technologische Vorstöße geprägt war. Der Notartermin in Nürnberg bringt zum ersten Mal seit Jahren echte Erleichterung.

Doch wie so oft liegt unter dem geschäftlichen Abschluss ein persönlicher Preis. Für Tara bedeutet diese Phase einen Rückschritt. Zehn Jahre lang geht sie auf Distanz zu sich selbst – und ahnt gleichzeitig, dass es so nicht ewig weitergeht.


Podcast hören: Die zweite Etappe – professioneller Aufstieg, persönliche Pause

Diese Folge von beyond your business beleuchtet eine Phase, in der ein Unternehmen erfolgreich wird – und eine Identität auf Eis liegt. Ein eindrücklicher Blick auf das Spannungsverhältnis zwischen Wachstum und Selbstverleugnung.


🎧 Zur Folge: Spezialfolge 2 – Wachstum & Verdrängung

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