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Hintergrund

Im Rahmen unserer diesjährigen ‚UX for Good‘-Initiative haben wir gemeinsam mit digital@M an einer Selbsthilfeplattform zum Thema digitale Gewalt gearbeitet. Ziel der Studie war es mittels qualitativer Interviews herauszufinden, wie die Plattform Berater:innen, etwa aus Frauenhäusern, der Opferhilfe oder der Community-Arbeit, in ihrer täglichen Beratungstätigkeit unterstützen kann. Konkret sollte die Studie klären, wie Berater:innen die Plattform in ihrem Arbeitsalltag nutzen, welche Usability-Hürden dabei auftreten und welche inhaltlichen sowie strukturellen Anforderungen sie an ein solches Tool stellen.


Ein Thema, das besondere Sorgfalt verlangt

Digitale Gewalt ist ein hochsensibles Thema. Die Plattform selbst ist bewusst nicht öffentlich zugänglich, um Betroffene zu schützen und genau diese Schutzlogik musste sich auch in unserem Forschungsprozess widerspiegeln. Statt mit Betroffenen direkt zu sprechen, haben wir uns auf Interviews mit Berater:innen konzentriert, die im Umgang mit diesen Themen geschult sind und geschützte Räume dafür gewohnt sind.


Für uns als Forschungsteam bedeutet das: 

Wir mussten unsere üblichen Methoden an die Sensibilität des Themas anpassen. Konkret:


  • Aufnahmen und Protokolle enthielten keine identifizierbaren Fallgeschichten oder Details zu einzelnen Klient:innen der Beratungsstellen, alle Angaben wurden streng anonymisert, die Gespräche fanden ausschließlich auf der Ebene der Beratungspraxis statt. Wo Berater:innen dennoch exemplarisch von typischen Fallkonstellationen berichteten, sind wir in der Auswertung bewusst auf die Ebene wiederkehrender Muster geblieben, statt einzelne Beispiele auszuformulieren.
  • Der Zugriff auf die Rohdaten wurde eng auf das Projektteam beschränkt.
  • Auch in der Kommunikation nach außen, etwa in diesem Artikel, teilen wir bewusst keine Details, die Rückschlüsse auf einzelne Klient:innen oder Beratungsstellen zulassen würden.

Diese Prinzipien haben wir nicht nur aus Compliance-Gründen befolgt, sondern weil sie dem Grundgedanken der Plattform selbst entsprechen: Schutz vor Sichtbarkeit dort, wo Sichtbarkeit gefährlich werden kann.

Strategie & Umsetzung

Wir rekrutierten Berater:innen aus Einrichtungen, die im Umgang mit digitaler Gewalt geschult sind, und führten remote-qualitative Interviews durch, jeweils rund 45 Minuten. Die Ergebnisse fassten wir in einem Ergebnisbericht zusammen.

Der Impact

Ein zentrales Thema, das sich durch die Gespräche zog: Die digitale Welt bewegt sich rasant. Was heute als typisches Muster digitaler Gewalt gilt, kann morgen schon durch neue Plattformen, Apps oder Tricks verändert sein. Für Berater:innen bedeutet das einen kontinuierlichen Lernaufwand, um am Puls der Entwicklung zu bleiben. Für die Plattform bedeutet das kontinuierlich Anleitungen, wie zum Beispiel zum Entfernen von Stalkingsoftware oder dem Entgegenwirken von bildbasierter Gewalt, auf dem neuesten Stand zu halten und gleichzeitig stets den Berater:innen einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu diesen Informationen zu bieten. Durch unser UX for Good Projekt stellte sich heraus, dass die Plattform zwar bereits viele Informationen bereitstellt aber einigen strukturellen Hilfen bedarf damit sich Berater:innen nicht durch lange Texte durchwühlen müssen und schnell die Informationen finden können, die auch wirklich für ein Beratungsgespräch relevant sind.


Besonders beeindruckt hat uns in diesem Projekt zusätzlich die Rolle der Berater:innen selbst: Viele engagieren sich auf freiwilliger Basis und unterstützen Menschen in schweren Notlagen, und eignen sich dabei nebenbei ein beachtliches technisches Know-how an, um mit den digitalen Dimensionen der Gewalt Schritt zu halten. Diese Kombination aus persönlichem Engagement und hoher technischer Kompetenz war für uns eine der eindrücklichsten Beobachtungen des Projekts.


Starke Zusammenarbeit

Wir freuen uns, dass dieses Projekt uns ermöglicht hat, mit unserer UX-Expertise zu einem besseren Verständnis der Herausforderungen im Umgang mit digitaler Gewalt beizutragen. Durch qualitative UX Research konnten wir sichtbar machen, wo die Plattform Berater:innen im Alltag tatsächlich unterstützt und wo Nutzung, Struktur oder Auffindbarkeit noch nicht funktionieren. Damit haben wir dazu beigetragen, dass Beratungsstellen Betroffenen künftig noch wirksamer helfen können.


Mehr über UX for Good: 

UX For A Better World


Digital@M: 

With us, Munich is in good hands when it comes to digital matters


Wir freuen uns, dass dieses Projekt uns ermöglicht hat, mit unserer UX-Expertise zu einem besseren Verständnis der Herausforderungen im Umgang mit digitaler Gewalt beizutragen. Durch qualitative UX Research konnten wir sichtbar machen, wo die Plattform Berater:innen im Alltag tatsächlich unterstützt und wo Nutzung, Struktur oder Auffindbarkeit noch nicht funktionieren. Damit haben wir dazu beigetragen, dass Beratungsstellen Betroffenen künftig noch wirksamer helfenkönnen.

Methoden

Usability test, Contextual Inquiries

Dauer

7 Tage

Software UX

UX for Good mit digital@M: Wie wir sensible Themen in der UX-Forschung schützen

Weitere Case Studies

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