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UX automatisieren? Ja bitte! Warum Zapier und n8n für UX-Teams echte Supertools sind
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17. Juli 2025
UX und Automatisierung? Das klingt für manche vielleicht nach einem Widerspruch. Denn gute User Experience bedeutet doch Zuhören, Spürsinn, Iteration, Empathie. Alles hochgradig menschlich. Und doch: Gerade, weil unsere Arbeit so menschlich ist, brauchen wir mehr Zeit für genau diese Qualitäten. Und weniger für repetitive Prozesse, Copy-Paste, Dateiablage oder Mails mit Kalenderlinks.
Hier kommen Tools wie Zapier und n8n ins Spiel. Beide helfen dabei, Routineaufgaben zu automatisieren, Systeme zu verknüpfen und Abläufe effizienter zu gestalten. Gerade im UX-Kontext schlummert da enormes Potenzial – nicht nur im Research, sondern auch in der internen Teamarbeit, im Prototyping, in der Accessibility oder im Reporting.
Warum das so ist und wie konkret solche Automatisierungen aussehen können, schauen wir uns jetzt im Detail an – mit vielen Beispielen aus dem echten UX-Alltag.
Was ist Zapier, was ist n8n?
Zapier ist eine cloudbasierte No-Code-Automatisierungsplattform, die mehr als 7.000 Tools miteinander verknüpfen kann. Der Fokus liegt auf Einfachheit: Nutzer:innen können ohne Programmierkenntnisse Workflows bauen, sogenannte "Zaps". Ideal für schnelle Lösungen und sehr beliebt in agilen Teams, die viele Standard-Tools im Einsatz haben – von Google Forms über Slack bis hin zu Notion oder Trello.
n8n ("node for node") ist eine Open-Source-Alternative, die sich eher an technisch versiertere Teams richtet. Sie erlaubt komplexere Logiken, eigene Nodes, sogar Self-Hosting – und seit Neuestem auch direkte Integration von LLMs wie GPT. Besonders spannend für alle, die ihre Workflows individuell gestalten oder sensible Daten lieber selbst hosten wollen.
Beide Systeme folgen dem Prinzip "Wenn X passiert, dann tue Y". Aber was X und Y im UX-Bereich bedeuten können, ist weit spannender als viele denken.
Typische Einsatzfelder im UX-Bereich
Automatisierungen lassen sich in fast jedem Bereich der UX-Arbeit denken. Hier ein Überblick über typische Felder, die in vielen UX-Teams regelmäßig Zeit kosten – und mit Automatisierung deutlich schlanker werden:
✅ Teilnehmermanagement bei Studien
Einladung automatisieren: Wenn sich jemand in Typeform anmeldet → automatisch Einladung per Mail mit Kalenderlink senden
Zoom- oder Teams-Links generieren: und direkt in Google Calendar oder Outlook eintragen
Erinnerungsmails vor Sessions: z. B. 24h vor Termin eine automatisierte Mail
Follow-ups und Incentives: Dankeschön-Mail mit Gutschein-Link, automatisch getriggert nach Sessionabschluss
Teilnehmerdaten verwalten: DSGVO-konforme Löschung oder Archivierung nach Studienende
✅ Datenaggregation & Dokumentation
Survey-Antworten sammeln: aus Google Forms, Maze oder SurveyMonkey direkt in Airtable oder Notion
Transkripte organisieren: z. B. automatisiert Otter.ai- oder Lookback-Links abspeichern
Screenshot-Ablage: z. B. Screenshots aus Usability-Tests automatisch in Projektordner (Google Drive, Dropbox) verschieben
Highlight-Reels oder Zitate sortieren: durch tagging-basierte Automatisierung in Dovetail oder Condens
✅ Teamkommunikation & Stakeholder-Updates
Slack-Benachrichtigungen bei neuen Insights: z. B. "Neue Findings aus Interview 4 liegen jetzt im Ordner XY"
Automatisierte Statusmeldungen: Wöchentliche Zusammenfassung neuer Research-Ergebnisse per E-Mail
Stakeholder-Reminder: Wenn ein Stakeholder Feedback schuldig ist → automatische Erinnerungsmail senden
Team-Check-ins: z. B. montags automatisch eine Slack-Nachricht mit offenen UX-Aufgaben aus Jira
✅ UX-Metriken & Reporting
KPI-Tracking: z. B. wöchentliche Erhebung von NPS, SUS oder Task Success aus verschiedenen Tools und Speicherung in Dashboards
PDF-Reports generieren: z. B. aus Airtable + Textvorlagen automatisiert ein komprimierter Testbericht
Dashboards aktualisieren: z. B. Google Data Studio oder Power BI mit automatischen Datenfeeds befüllen
Weitere smarte Use Cases für fortgeschrittene UX-Teams
Neben den Klassikern lassen sich mit n8n und Zapier auch sehr viel ausgefeiltere Szenarien bauen – besonders wenn es in Richtung Teamkoordination, Prototyping, oder sogar KI geht:
Research-Sprints integrieren
Research-Daten als Basis für Stories: Neue Hypothese in Airtable → wird automatisch zu einem Jira-Ticket inkl. Link zum Insight
UX-Freigabeprozess: Erkenntnisse brauchen Review vor Veröffentlichung → Workflow prüft Status + sendet an Reviewer
Sprint-Dokumentation: Research-Backlog aktualisiert sich automatisch bei neuem Insight
Voice of Customer ernst nehmen
App-Store-Reviews überwachen: bei bestimmten Keywords → Slack-Benachrichtigung + automatische Kategorisierung
Zendesk-Feedback clustern: „verwirrend“, „nicht gefunden“ etc. → getrackt und mit Tags versehen in UX-Datenbank übernommen
Internationalisierung effizient gestalten
Feedback in mehreren Sprachen automatisch übersetzen (z. B. mit DeepL-API)
Regionale Dashboards generieren: Unterschiedliche Insights pro Land → getrennte, automatisierte Reports
Alerts & Monitoring
UX-Warnsystem: Wenn sich negative Begriffe ("langsam", "kompliziert") in Feedback häufen → automatischer Alert
Metriken überwachen: Wenn ein KPI-Wert unter Grenzwert fällt → automatische Nachricht an PM-Team
Incentives verwalten
Nach Interviews automatisch Gutscheine versenden (z. B. über Amazon, Talon.One oder Custom-Systeme)
Nachverfolgung: Ob Incentives angenommen wurden → automatisierte Erinnerungsprozesse
Accessibility und Inclusive UX
A11y-Bugs dokumentieren: z. B. aus Google Forms direkt ins A11y-Backlog
Lighthouse-Audits automatisieren: URLs regelmäßig prüfen lassen → Reports zentral speichern
Feedback von Nutzer:innen mit Einschränkungen gezielt clustern und analysieren
n8n oder Zapier? Wann nutze ich was?
Szenario | Besser geeignetes Tool |
Schnell und einfach etwas verbinden | Zapier |
Viele Tools aus dem SaaS-Universum nutzen | Zapier |
Etwas komplexere Logik (z. B. mit Bedingungen, Loops, Abfragen) | n8n |
KI-Funktionen einbinden (GPT, Langchain, Embeddings) | n8n |
Eigene Systeme oder APIs einbinden | n8n |
Self-Hosting notwendig (z. B. wegen Datenschutz) | n8n |
Workflows sollen gemeinsam im Team gepflegt werden | n8n (bessere Rollenrechte & Self-Hosting möglich) |
UX-Teams mit wenig technischer Erfahrung | Zapier |
Fazit: Mehr Zeit für die echten UX-Momente
Automatisierung ersetzt nicht unsere UX-Arbeit – sie schafft Freiräume. Weniger Copy-Paste, weniger "Hast Du das schon gesehen?", weniger manuelles Report-Bauen. Dafür mehr Zeit für Beobachtung, Gespräche, Analyse, Ideation.
Ob einfache Reminder-Mails oder komplexe, KI-gestützte Clustering-Workflows: Tools wie Zapier und n8n helfen uns, Struktur zu schaffen, wo bislang Chaos herrschte – und das oft ohne große Hürden.
Zapier ist perfekt für alle, die schnell loslegen und bekannte Tools miteinander verbinden wollen.
n8n ist für die, die tiefer einsteigen möchten – mit individuellen Anforderungen, Datenschutzbedenken oder dem Wunsch nach KI-Integration.
Beide haben ihren Platz. Und beide helfen Dir, wieder mehr Zeit für die Dinge zu gewinnen, die UX wirklich ausmachen: zuhören, verstehen, gestalten.
Tipp zum Start: Such Dir einen nervigen Prozess in Deinem UX-Alltag – zum Beispiel: "Ich vergesse immer, Stakeholder über neue Erkenntnisse zu informieren" – und bau genau dafür eine erste kleine Automation. Wenn Du magst, helfe ich Dir gern dabei. Denn UX muss nicht nur für Nutzer:innen einfach sein. Sondern auch für uns.
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Tara Bosenick
Tara ist seit 1999 als UX-Spezialistin tätig und hat die Branche in Deutschland auf Agenturseite mit aufgebaut und geprägt. Sie ist spezialisiert auf die Entwicklung neuer UX-Methoden, die Quantifizierung von UX und die Einführung von UX in Unternehmen.
Gleichzeitig war sie immer daran interessiert, in ihren Unternehmen eine möglichst „coole“ Unternehmenskultur zu entwickeln, in der Spaß, Leistung, Teamgeist und Kundenerfolg miteinander verknüpft sind. Seit mehreren Jahren unterstützt sie daher Führungskräfte und Unternehmen auf dem Weg zu mehr New Work / Agilität und einem besseren Mitarbeitererlebnis.
Sie ist eine der führenden Stimmen in der UX-, CX- und Employee Experience-Branche.















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